Aus der Tiefe rufe ich zu Dir – Vertonungen des 130. Psalms zur Passion

Drei Monate haben sich der Kirchenchor und Gastsänger unter Leitung unserer Kantorin Ines Gnettner gemeinsam auf drei Vertonungen des 130. Psalms eingelassen. Diese und anderes werden am Sonntag, den 31. März, um 18 Uhr in der Emmauskirche Feldkirchen aufgeführt.

Johann Schelle (1648 – 1701) war immerhin von 1677 bis zu seinem Tod Leipziger Thomaskantor und damit Vorgänger von J. S. Bach. Seine Kantaten, selten gehört, sind kleingliedrig, liedhafte Soloeinlagen stehen zwischen fugierten Chorsätzen, unterstützt von Streichinstrumenten und Basso continuo.

Der böhmische Komponist Jan Dismas Zelenka wurde 1679 in Launowitz geboren, studierte in Prag, arbeitete aber später in Wien und in Dresden, wo er 1745 starb. Er gilt als der bedeutendste tschechische Barockkomponist, der unzählige Messen, Lamentationen, Responsorienvertonungen und Oratorien geschrieben hat. Sein Vesperpsalm "De Profundis" ist ebenfalls selten zu hören. Hier brillieren Bass und Tenor mit höchst virtuosen Solopassagen.

Heinrich Kaminski (1886-1946) gilt als ‚verschollener‘ Komponist. Zu seinen Lebzeiten hoch geschätzt, wurden seine Werke nach seinem Tod kaum noch aufgeführt. Lediglich die Motette "Der 130. Psalm" für Chor a cappella von 1912 hat einen gewissen Bekanntheitsgrad.

In dem Passionskonzert kommen außer den genannten Stücken auch vier Solo-Arien aus Kantaten von J. S. Bach zur Aufführung. Die Gesangssolisten sind aus dem Rosenheimer Raum: Anna-Maria Sitte (Sopran), Barbara Miller-Schildknecht (Alt), Markus Kotschenreuther (Tenor) und Hubert Dobl (Bass). An der Orgel begleitet gewohnt souverän Karl Kriner. Dazu gesellt sich eine Streichergruppe um Rainer Heilmann und es musiziert die Mühlstoa Musi (Bruckmühl) mit schönster Saitenmusik.

Der Eintritt ist frei, Spenden zur Deckung der Unkosten erbeten.