Auf ein Wort: Jesaja 60, Vers 1

Liebe Gemeinde,

eine kleine Kerze ist auf dem Bild zu sehen. Sie brennt offensichtlich schon eine Weile, denn der Docht ist ein ganzes Stück unter dem Rand und im flüssigen Wachs sind einige Verunreinigungen zu sehen. Das Licht der kleinen Kerze scheint nicht sehr weit. Es kann nur die nächste Umgebung ein wenig beleuchten. Die Kerze verbreitet ein wenig Wärme und bringt dadurch den angrenzenden Schnee zum Schmelzen.

Eine Kerze. Wenn direkt neben ihr wieder eine kleine Kerze stehen würde und daneben wieder eine und dann wieder eine und so weiter, dann würde es auf dem Foto heller aussehen, und der Schnee wäre schon viel mehr geschmolzen. Viele Kerzen! In ihrem Zusammenspiel können sie viel erreichen. Dabei ist jede einzelne Kerze unverzichtbar – egal ob klein oder größer, ob schon lange am Brennen oder erst frisch angezündet.

An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu. Der Schöpfer der Welt macht sich ganz klein und wird Mensch in dem kleinen Kind in dem kleinen Ort Bethlehem in dem kleinen Land Israel. Die Menschwerdung Gottes – dieses mit dem menschlichen Verstand nicht erfassbare, wunderbare, großartige, einmalige Ereignis – geschieht vergleichsweise unscheinbar. Sie hat aber große Auswirkungen. Das kleine Kind von Bethlehem, Jesus Christus, wird am Kreuz sterben und auferstehen, um den Weg zu Gott frei zu machen, um uns mit Gott zu versöhnen und ewiges Leben zu ermöglichen.

Das Licht der Welt kommt in Bethlehem zur Welt. In seinem Reden und Handeln berührte und erfüllte Jesus viele Menschen mit seinem Licht. Er lud immer wieder zum Glauben an ihn ein: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Joh. 8,12) Das tut er auch noch heute. Er berührt und erfüllt vier Menschen mit seinem Licht. Unser ganzes Leben mit Seele und Körper, mit allen Beziehungen und allen Zusammenhängen darf hell werden. Wir dürfen die Verheißung aus dem Propheten Jesaja erfahren: "Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!" Wir dürfen uns öffnen für das Licht Jesu. Wir dürfen uns dem Licht entgegenstrecken. Wir dürfen es erbitten und erwarten.

Jeder, der an Jesus Christus glaubt und ihm nachfolgt, wird dann auch zu einem Licht in seinem Umfeld und für diese Welt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob jemand in seinen eigenen Augen oder in den Augen anderer ein "großes" Licht oder ein "kleines" Licht ist. Entscheidend ist, dass er das Licht Jesu hat und es in sein Lebensumfeld – Familie, Beruf, Schule, Freizeit usw. – hineinscheinen lässt. Das ist gar nicht so schwer, denn wer von Jesus entflammt ist, der kann eigentlich gar nicht anders als Licht und Wärme auszustrahlen und damit weiterzugeben.

Dann geschieht das, was ich eingangs geschildert habe: viele kleine Lichter ergeben ein großes Licht, viele kleine Wärmespender erzeugen viel Wärme. Und genau das braucht diese Welt in eigentlich allen Bereichen. Und genau das will Gott. Sein Licht soll sich ausbreiten in den Herzen der Menschen in der ganzen Welt. Sein Licht soll Menschenleben hell machen. Sein Licht soll die Finsternis dieser Welt in all ihren Varianten zurückdrängen. Sein Licht – Jesus Christus!

Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich aufmachen können für das Licht, für Jesus Christus, und so licht und Licht werden.

Und ich wünsche Ihnen ein friedvolles Weihnachtsfest und Gottes Segen im Neuen Jahr, erfüllt von dem Licht der Welt - Jesus Christus!


Ihr Pfarrer
Andreas Strauß